NARKOSE - Informationen zur Sedierung und Narkosehandhabung in unserer Praxis

In unserer Praxis können Sie sich selbst entscheiden, ob Sie die Magen– oder die Darmspiegelung oder beide Untersuchungen in einem Ablauf ohne oder mit einer Narkose durchführen lassen möchten.

 

Im Regelfall wird die Narkose hierbei von uns durchgeführt, unter Assistenz einer speziell geschulten Assistentin (“nap-nurse“) entsprechend der S3- Linien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (link S3-Leitlinie).

 

Bei höhergradigen Herz-Kreislauf oder Lungenerkrankungen bzw. Allergien gegen Soja oder Erdnüsse wird die Narkose durch einen, an speziellen Tagen in unserer Praxis anwesenden Anästhesisten durchgeführt. Auch gesetzlich versicherte Patienten brauchen für eine Narkose nichts zu bezahlen.

 

Der Vorteil, die Untersuchung „ohne Spritze“ durchführen zu lassen, liegt darin, dass Sie anschließend keinerlei gesetzliche Auflagen zu erfüllen haben (Autofahren, berufl. Aktivitäten uneingeschränkt möglich).

 

Heutzutage wählen die meisten Patienten sowohl für die Magen als auch für die Darmuntersuchung oder für eine Kombination von beidem die Propofolkurznarkose, besonders, wenn eine Neigung zum Würgereiz besteht oder eine innere Anspannung. Hierdurch können wir eine absolut schmerzfreie Untersuchung auch in Problemfällen in aller Regel garantieren. Wir verwenden hierfür das Medikament Propofol. 

 

Für die Darmspiegelung wählen mittlerweile 87% unserer Patienten die so genannte „Kurznarkose“ mit dem Medikament Propofol. Hierbei werden Sie unter kontinuierlicher Gabe von Sauerstoff und Kontrolle von Sauerstoffsättigung im Blut, Pulsfrequenz und Blutdruck entsprechend der im Januar 2009 erschienenen Leitlinien der deutschen gastroenterologische Fachgesellschaft in einen Tiefschlaf versetzt, in dem Sie während der Spiegelung mit Sicherheit keine unangenehmen Beschwerden haben, im Gegenteil oft sogar angenehm träumen können und anschließend aufgrund der sehr kurzen Halbwertszeit von Propofol wenige Minuten nach der Untersuchung sowohl objektiv (Reaktionszeit) als auch subjektiv vollständig normal sind.

 

Nebenwirkungen wie Übelkeit treten nicht auf. Im Gegenteil fühlt man sich nachher wie nach einem ausgiebigen Schlaf angenehm ausgeruht, erholt und entspannt.

Viele Patienten lassen sich das Propofol nur für die potentiell unangenehme Vorwärtsbewegung bei der Darmspiegelung verabreichen und erleben den Rückzug und damit ihren gesamten Darm in Farbe auf dem Monitor mit, denn in dieser Phase der Untersuchung, in der die Darmschleimhaut dann minutiös angeschaut wird, treten keine Beschwerden mehr auf!

 

Das Propofol kann von uns so dosiert werden, dass Sie tief schlafen, aber Ihre Atmung und Ihr Kreislauf dabei nicht beeinflusst werden (Tiefe Sedierung oder Narkose Stad. II).

Für etwaige Komplikationen ist unser Team bestens gerüstet (beide Ärzte sind intensivmedizinisch sehr erfahren und haben viele Jahre lang die Intensivstation Ihrer Klinik geleitet), zusätzlich wird unser Assistenzpersonal regelmäßig speziell geschult.

 

Relevante Komplikationen sind seit dem Beginn der Anwendung von Propofol in unserer Praxis im Oktober 2004 bisher nicht aufgetreten. Für so genannte „Hochrisikopatienten“ (hochgradige Herz –oder Lungenkrankheiten, schwere Schlaf/Apnoe und Anfallsleiden) kommt zusätzlich und regelmäßig etwa zwei Mal im Monat ein Anästhesist in unsere Praxis. Auch diese Narkosen müssen vom gesetzlich versicherten Patienten nicht bezahlt werden, wenn die Notwendigkeit für die Anwesenheit eines Anästhesisten medizinisch begründbar ist.

 

Wir möchten Sie bitten, falls Sie eine Kurznarkose für die Spiegelung bekommen möchten, dafür zu sorgen, dass Sie in den Praxisräumen abgeholt werden und bis zum nächsten Morgen nicht selbstständig am Verkehr teilnehmen!

 

Wir sind an diese gesetzliche Regelung und ein bundesweites BGH-Urteil gebunden.

Bitte helfen Sie uns,diese Vorschrift konsequent einzuhalten,obwohl man sich nach der Narkose wieder vollkommen normal fühlt und die Notwendigkeit einer Abholung in den Praxisräumen dann nicht mehr so recht einsehen mag.